Melanie Manchot

Snowdance

1. Februar – 5. April 2020

Melanie Manchot – Snowdance

Die Ausstellung von Melanie Manchot (*1966, D/GB) im Tiefparterre des Kunstraums Kreuzlingen bietet einen Einblick in ihre filmische Arbeit Mountainworks’, die sich mit der Landschaft, den Gemeinden und der vom Tourismus geprägten Infrastruktur der Alpen befasst. Die nun bereits über zehn Jahre anhaltende Produktion fotografischer und bewegter Bilder in den Alpendörfern kann als eine nachhaltige Forschungsarbeit verstanden werden, die unsere komplexen Beziehungen zu den Bergen als Ort der realen und imaginären Erforschung unseres Seins in der Welt aufzeigt.
Melanie Manchot richtet ihr Augenmerk auf das ‚Backstage‘ und die verborgenen Arbeitskräfte in der Bergwelt, die für eine funktionierende Arbeit am Berg notwendig sind und ihn fuer den Menschen erschliessen.

Snowdance 2019
‘Snowdance’ ist Teil der fortlaufenden Serie ‘Mountainworks’, eine fotografische und filmische Untersuchung Melanie Manchots zu den komplexen Beziehungen zwischen Landschaft, menschlichem Handeln und Technologie. Tief in der Nacht zeichnen acht Pisten-Maschinen Formen in den verschneiten Boden, Linien und Muster. Nur durch ihr eigenes Licht beleuchtet, bewegen sich die Schneebagger mal paarweise, dann in langen Linien, bilden Kreise, Achterfiguren, Schleifen. Gefilmt mittels einer Drohne erzeugt ‘Snowdance’ eine Dynamik zwischen Beobachtung und inszeniertem Ereignis, zwischen Szenografie und Zufall. Basierend auf traditionellen, regionalen alpinen Volkstänzen präsentiert die Choreographie die Maschinen als ebenso schwerfällig wie wendig und schafft einen leuchtenden, in den Schnee eingeschriebenen Tanz. Zu einem Original-Soundtrack des Komponisten Christof Dienz zielt das Zusammentreffen von Bild und Ton darauf ab, das filmische Werk aus seinem ursprünglichen Kontext zu dislozieren, es aus dem beobachtenden ‚Hier und Jetzt‘ hinaus in spekulativere Situationen und Räume zu bewegen.

Cadence 2018
Die kurze Videoschleife ‘Cadence’ von Melanie Manchot beginnt in undefiniertem Weiss. Aus der Vogelperspektive sehen wir ein dunkles Pferd, das in eine leere verschneite Landschaft geführt wird. Im Kreis gehend schreibt es eine Spur in den Schnee, wodurch eine Art Zeichnung entsteht. Nach einigen Drehungen im und gegen den Uhrzeigersinn verlässt das Pferd den gefilmten Raum. Die Szene ist sehr einfach und ruhig gehalten und setzt durch die reduzierte visuelle Sprache Vorstellungen von Zeit, Natur, Tier und menschlicher Dressur in einen spannungsgeladenen Zustand. 

CV Melanie Manchot

Nach ihrem Studium an der New York University verfolgte Melanie Manchot ein Studium in bildender Kunst und Vermittlung an der City University, London und machte einen MFA in Fotografie am Royal College of Art, London. Zahlreiche Einzelausstellungen hatte sie u.a. in der Whitechapel Gallery, London (2010), am Contact Photography Festival, Canada (2012), und im MAC VAL, Paris (2018). Die erste Einzelausstellung in der Schweiz folgte 2019 im Centre Pasquart Biel. Ihre Arbeiten sind u.a. in folgenden Sammlungen vertreten: DG Bank Collection (D), Städtische Galerie Wolfsburg (D), Brooklyn Museum, New York (USA), Arts Council Collection, Hayward Gallery, London (UK) und Government Art Collection, London (UK). Melanie Manchot lebt und arbeitet in London.