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Programm 2010:
Bilder-Netze – Netz-Bilder
Als Forum für zeitgenössische
und avantgardistische Kreativität führt der Kunstraum Kreuzlingen
jährlich fünf kuratierte monographische Ausstellungen mit
KünstlerInnen aus der Schweiz und dem angrenzenden Ausland durch.
Im <Tiefparterre>, dem Kellergeschoss des Kunstraums, steht eine
Plattform für elektronische Künste und experimentelle Projekte
aus dem Forschungsbereich der Kunst zur Verfügung.
Der Kunstraum Kreuzlingen lädt mit seinem Hauptprogramm
des Jahres 2010 als eine der ständigen Aktivitäten der Thurgauischen
Kunstgesellschaft zu Arbeiten und Projekten ein, die exklusiv
für die Räumlichkeiten entwickelt werden.
Programmidee im Jahr 2010 ist die künstlerische Auseinandersetzung
des Vernetzens von Bildern unterschiedlichster Provinienz.
Ausstellungen Mai -Juni 2010
Kunstraum & Tiefparterre
André Bless und Stefan Sulzberger
Doppelvernissage mit Tiefparterre:
Freitag, 21. Mai 2010, 19:30 Uhr
Mit einem gemeinsamen Projekt bespielen André
Bless (Feuerthalen / Zürich) und Stefan Sulzberger Kunstraum und
Tiefparterre zeitgleich. In ihre installativen Arbeiten werden die Räumlichkeiten
einbezogen und so der architektonische Kontext neu geordnet.
Das künstlerische Interesse von André Bless fokussiert intensiv,
akkurat und mit für die Betrachtenden durchaus irritierenden Ergebnissen
die Auseinandersetzung mit dem Medium Licht. Mit Videoinstallationen
sowie dialogischen Versuchsanordnungen von künstlichem und natürlichem
Licht werden Plattformen für Erfahrungen geschaffen, die um die
Beziehung von Flüchtigkeit und Konstanz etwa oder um das Spannungsfeld
von Materialisierung und Entmaterialisierung kreisen.
Eines der zentralen Arbeitsgebiete von Stefan
Sulzberger (Schaffhausen) ist die gegenstandslose Malerei, die unauflösbar
mit installativen, raumgreifenden Elementen verbunden ist. Seine Malerei
wächst quasi in die Architektur der Ausstellungsräume hinein,
um diese beiden Gattungen miteinander zu verschmelzen. Dies trifft ebenso
zu für die distanziert-fotografisch anmutende Hinterglasmalerei
von Stefan Sulzberger. Mit ihren Farben und Formen trägt diese
die emotionalen Komponenten der Malerei und erweitert deren Ausdrucksformen.
Ausstellungen September – Oktober 2010
Kunstraum
Christian Kathriner
Doppelvernissage mit Tiefparterre:
Samstag, 4. September 2010, 19:30
Uhr
Der in Olgiate Olona bei Mailand lebende Künstler
bezeichnet seine Heimat Obwalden als seinen künstlerischen Fundus.
Im Zentrum des Schaffens von Kathriner steht die Malerei, wobei er die
Wand- und Deckenmalerei virtuos beispielsweise in andere Techniken und
Medien wie beispielsweise die Fotografie oder Raum-Installationen überträgt.
Als Meister des künstlerischen Zitats ist Kathriner beheimatet
in der profanen und religiösen Kunstgeschichte mitsamt ihrem ikonographischen
Wesen.
Diese Traditionslinien greift der Künstler auf, um sie in seinen
Arbeiten einer Transformation zu unterziehen, in deren Zuge diese neu
thematisiert werden und nicht zuletzt auch deren Spiritualität
neu gefasst wird.
Tiefparterre

Ernst Thoma
Doppelvernissage mit Kunstraum:
Samstag, 4. September 2010, 19:30
Uhr
Die Interaktivität von Bild und Ton sowie die Gestaltung
von 3D Klangräumen stellen zentrale Arbeitsgebiete des Künstlers
dar, der, in den Bereichen der elektronischen Medien und des Sounddesgins
engagiert, mit auditiven ebenso wie mit visuellen Medien arbeitet.
Ernst Thoma (Stein am Rhein) stellt beispielsweise Landschaften ebenso
wie Menschen in den motivischen Mittelpunkt seines Schaffens und legt
durch perspektivische Verzerrungen und Überlagerungen, durch digitale
Veränderungen der Bilder die Muster und Mechanismen der Wahrnehmung
offen. Es sind exakt diese Prozesse, welche neue Bildinhalte entstehen
lassen und dadurch den Betrachtenden neue Realitäten, aber auch
neue Wahrnehmungsfelder öffnen.
Kunstnacht Konstanz – Kreuzlingen:
11. September 2010, 16:00 – 24:00 Uhr
Ausstellungen November bis Dezember 2010
Kunstraum

Urs Frei
Doppelvernissage mit Tiefparterre:
Samstag, 6. November 2010, 19:30 Uhr
Die Arbeiten von Urs Frei (Zürich) sind weder als
Metaphern zu bezeichnen, noch eignet ihnen ein latenter Inhalt. Vielmehr
sind es Arbeiten, die nicht mehr, aber auch nicht weniger als ihr eigenes
Arbeiten sind und damit Zeugen der spezifischen (Kunst-)Produktion des
Künstlers.
Frei schliesst die Realität der Produktion, des Materials, des
Entstehungsortes mit derjenigen des Kunstwerks kurz und lässt die
Einordnung von Kunst als individuellem, zweckfreien Tun genauso implodieren
wie jene, seine Aktivitäten als Kunst zu bezeichnen. Das Schaffen
von Frei funktioniert also nicht über ideelle Codes, sondern über
materielle Prozesse und durchkreuzt damit radikal gängige Zuschreibungen
und Territorialisierungen der Kunst.
Tiefparterre
Zimoun
Doppelvernissage mit Kunstraum:
Samstag, 6. November 2010, 19:30 Uhr
Die Arbeiten von Zimoun reichen von Fotografie, bildender
Kunst über Installationen, Performance bis hin zu Musik und deren
Randbereiche. Dabei bilden die Forschung an Raum, Struktur, Form und
Leere, der behutsame Umgang mit Materialien sowie die Arbeit mit alltäglichen
Phänomenen und Gegebenheiten einen zentralen Aspekt seiner Werke.
Basis der meist begehbaren installativen Arbeiten ist die Arbeit mit
unter Vibrationen gesetzten und dadurch zum Klingen gebrachten Materialien
und eine damit verbundene Forschung an Klang, Material, Resonanzeigenschaften
und generativen Systemen.
Den Schwerpunkt bildet das Kreieren von organisch-lebendigen Klangräumen,
welche wie ein Gebäude betreten und erkundet werden können.
Vorschau 2011:
Kunstraum
Judith Villiger
Tiefparterre
Peter Aerschmann
Der urbane Alltag mit seinen stets wiederkehrenden Abläufen
und Rhythmen ist der Fundus des Bildmaterials von Peter Aerschmann (Bern).
Für seine konstruierten Wirklichkeiten löst der Künstler
seine Motive wie zum Beispiel Menschen, Strassen, Fahrzeuge aus ihrem
Kontext, um sie anschließend zu neuen Sequenzen zusammen zu fügen.
Mittels Loop entstehen unablässig sich wiederholende Abläufe,
die in die Loslösung der Motive von Zeit und Raum münden.
Die dadurch entstehenden Räume und Welten changieren zwischen Realität
und Fiktion, um auf teils melancholische, teils ironische Weise von
der Unabänderlichkeit des Seins zu künden.
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